Mit Verlauf und Ergebnissen der Deutschen Juniorenmeisterschaften in Neuss zeigte sich Manfred Werner überaus zufrieden. Damit die Talente den Sprung in die internationale Spitze schaffen, setzt der Präsident des Deutschen Ringerbundes auf eine berufliche Absicherung der Athleten.
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Da war es wieder, das aktuelle Zauberwort der deutschen Sportlandschaft, diesmal ausgesprochen von Manfred Werner: "Die hier gezeigten Leistungen lassen uns etwas optimistischer in die Zukunft schauen", sagte der Präsident des Deutschen Ringerbundes (DRB) am Sonntagmittag, kaum waren die letzten der acht Finalkämpfe bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im griechisch-römischen Stil über die Matten der Neusser Hammfeldhalle gegangen.
Doch Werner weiß genau, dass die Nachwuchsarbeit seines zuletzt international wenig erfolgreichen Verbandes nur dann Früchte trägt, "wenn es uns gelingt, die Athleten im Rahmen einer dualen Karriere vernünftig abzusichern." Schließlich können nicht alle Ringer Bundestrainer werden, so wie Jannis Zamanduridis. Der 43-Jährige war 1990 Vize-Weltmeister, 1995 WM-Dritter und vor sieben Jahren noch einmal Olympia-Siebter. Heute ist er für die Nachwuchsarbeit des DRB im griechisch-römischen Stil verantwortlich.
Mit den Titelkämpfen in Neuss zeigte sich der gebürtige Chemnitzer zufrieden: "Das Niveau war gut, vor allem, wenn man bedenkt, dass es die erste Standortbestimmung war." Im Gegensatz zu sonstigen Gepflogenheiten eröffneten diesmal nämlich die Junioren den Reigen der Deutschen Meisterschaften. "Ab jetzt sind jedes Wochenende irgendwo Titelkämpfe", sagt Karl-Martin Dittmann. Nicht nur der Generalsekretär des DRB, gleichzeitig Vorsitzender des Landesverbandes NRW, fand, dass der Meisterschaftsauftakt Maßstäbe gesetzt hat: "Die Abläufe waren absolut professionell", lobte Manfred Werner den Ausrichter KSK Konkordia Neuss, und auch der Bundestrainer fand die die drei Tage "sehr gut organisiert."
Werner war jedoch trotz des Einsatzes von rund 60 Helfern nicht verborgen geblieben, dass Ringen in Neuss nur unter einer Bedingung funktioniert: "Ich hoffe, dass der Motor Hermann Kahlenberg noch lange so weiterläuft." Schließlich ging in der Hammfeldhalle so gut wie nichts ohne das Zutun des nimmermüden KSK-Präsidenten, der dennoch Zeit fand, die Darbietungen auf der Matte zu studieren. "Die Finalkämpfe waren Klasse", befand er, "da wird nicht so viel auf Taktik gerungen wie bei den Senioren. Und vor allem nicht so defensiv wie in der Bundesliga." In der Tat gab es durchaus Spektakuläres zu sehen, so wie im letzten Kampf, als sich Christopher Fersch (Mömbris) den Titel in der Klasse bis 74 Kilogramm mit einem Schultersieg über den favorisierten Timo Badusch (Köllerbach) sicherte.
"Sensationell", fand Kahlenberg und vergab deshalb den Ehrenpreis des Innenministers an den Hessen. "Keine Überraschung", meinte hingegen Zamanduridis, "das war ein Kampf zweier gleich starker Ringer. Und der Fersch ist ein echter Killer." Damit das so bleibt, sorgt sich Manfred Werner um die außersportliche Zukunft der Talente: "Wir müssen sehen, dass sie Sport, Ausbildung und Beruf unter einen Hut kriegen." Bei Max Schwindt hat das funktioniert. Am Sonntag saß der dreimalige Junioren-Weltmeister in der 74-kg-Kategorie auf der Tribüne. Vielleicht hat er ja (s)einen Nachfolger gesehen.
Von Volker Koch
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